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Abigail schwang ihre Beine über die ungerade Steinmauer, bevor sie sich vollends abstieß und sich auf den Fall vorbereitete. Mehrere Meter trennten sie vom Staub, doch als sie mit ihrem linken Knie und rechten Fußballen auf dem Boden aufkam spürte sie keinen Schmerz. Nur Adrenalin beherrschte ihren Kopf, pumpte sich durch die Venen an ihren Schläfen. Einen Moment verharrte sie, ließ aufgeschreckten Staub in ihrem Blinkwinkel gen Himmel ziehen, bevor es unweigerlich seinen Pfad zur Erde zurück antreten wurde. Dann zog sie ihren rechten Fuß in einem Halbkreis durch die Kiesel und streckte ihr linkes Bein durch, um sich auf der Stelle in einer eleganten, fehlerfreien Pirouette aufzurichten. Ihr Kopf zuckte schnell nach Rechts, wo einige stumme Gestalten um die Ecke der Mauer breschten, die sie so meisterhaft überwunden hat. So viel zu ihrem Vorteil, dachte sie und setzte sich vorwärts wieder in Bewegung. Sie konnten die Militärstiefel ihrer Verfolger auf dem Weg hören, gedämpft durch die Häuserfassaden Victorias. Die stumemn Wächter der Stadt ermüdeten nie. Wie eine Horde von Ameisen strömten sie immer dahin, wo die geheimen Befehle ihrer Königin sie hintrieben. Oder ihres Königs. Wer wusste das schon. Die schlanke Frau sprang nach links an die Häuserwand eines schmalen, zwischen den Gebäuden eingepresst wirkenden Häusleins, stützte sich am quietschenden Holzfensterrahmen ab und sprang auf die rote Markise des benachbarten Cafes. Lautlos löste sich ihre Klinge vom Holster und mit einem glatten Stoß nach unten, trennte sich Stoff von ihren Halterungen. Abigail blieb nicht stehen, lief leichtfüßig weiter, die Finger um den matten, rotkupfernden Griff ihres Wakizashi geschlossen. Die Klinge fraß sich weiter mühelos durch den Stoff, bevor sie am Ende ihres Weges angekommen war und es Nichts mehr zu schneiden gab, außer Luft. Abigail sprang wieder zur Straße und drehte sich dabei erneut, die Arme über Kreuz an sich gepresst in der Hand noch immer das kurze Schwert. Ihre Verfolger hatten den Abstand verkleinert und die Ersten von Ihnen wurden langsamer, den Abstand zu ihr haltend. In den Metallvisieren ihrer seltsamen Gesichtsmasken reflektierte das Licht der Straßenlaternen, aber kein Licht erhellte die Dunkelheit hinter den Schlitzen, wo die Augen eines normalen Menschen lagen. Die Läufe von Musketen sanken vereinzelt herab, augenlose Gesichter nahmen sie in Visier. Um Abigail herum schien die Zeit langsamer zu laufen, als sie sich auf ihre Gedanken konzentrierte. Ihre Lider schlossen sich und sie atmete ruhig ein, fokussierte sich auf ihre Fähigkeiten. Sie atmete aus und ihr kam es vor die Welt würde gespannt den Atem anhalten. Der letzte Zug entwich aus ihrem Mund, verging in den Straßen Victorias....und ihre Augenlider rissen sich wieder auf. Ein gewaltiger Windzug bildete sich hinter ihr und riss das abgeschnittene Laken in einem eigensinnigen Tanz nach oben, nur um es im nächsten Moment auf die Soldaten zu schleudern. Im Flug breitete es sich aus, verdeckte die Sicht der Schützen und umwickelte ihre unwillige Beute, soweit es möglich war. Hände stießen von Innen gegen den Stoff, suchten einen Ausweg aus der plötzlich verursachten Blindheit. Ein beherzter Griff eines grob zusammengenähten weißgrauen Handschuhs riss die Markise herab und offenbarte die glatt polierte Oberfläche einer detaillosen Gesichtsmaske, dann einige weitere. Ohne sich zu bewegen, blieben die Soldaten stehen, gaben keinen Ton von sich und sahen - wenn sie sehen konnten - auf die Straße vor sich, wo ihr Ziel noch eben befunden hatte. Abigail aber hatte ihnen gerade den Gefallen nicht getan.

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