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Die Bauern in Karpatien 1610 waren erschüttert, als sie hören mussten, dass die gnädige Gräfin Bathory in dem Blut ihrer geschlachteten Opfer zu baden pflegte. Was ein Schock, den ihre direkten Diener für Jahre unterstützt haben sollen, entweder aus Angst oder Ergebenheit zu der Frau, die sich ewige Jugend wünschte! Viele dieser Diener erwartete der Scheiterhaufen, aber nicht Bathory. Ihre Überführer hatten ein weit furchtbareres Schicksal für sie bereitgestellt.

Sie sperrten sie in einen Turm und als sie dort weilte, mauerten sie alle Ausgänge zu, um sie für ihre Sünden zu strafen.

Aber die unrühmliche Blutgräfin verdammte sich nicht selbst, denn sie selbst sah sich in Unschuld. Georg Thurzo, ihr Ankläger und Überführer, soll sich hinter mancher brutalen Übernahme von fremden Land versucht haben und die Witwe war nur ein weiteres, unrühmliches Ziel. Aber was ist schon das Wort einer Frau in einer patriarchischen Welt? Und da in ihrem Turm war sie noch nicht fertig mit der Welt. Diese Welt war nur nicht bereit für sie.


Nach vier Jahren soll sie in ihrem Turm an Gram gestorben sein, aber man flüstert von einer Lüge. Einer Hoffnung sterbender Männer, die die Freude und Ruhe der Frau im Turm beunruhigte. Eine ließ sich nicht brechen und wer weiß, ob es nicht zu viel für den Herrn aus Thurzo wurde? Vielleicht ereilte ihn ja deshalb sein Tod - einsam hinter fest verhangenen Vorhängen in Nagybiccse.


Aber auch wenn Elizabeth Bathorys Geschichte in der realen Welt endete, in Victoria begann sie lediglich. Es war eine andere Zeit, liebes Kind. Heute mag es den Nachtschattenkönig auf seinem Thron in Old Whigton geben und mancher munkelt von einer Königin des Mondes, aber damals gab es Monarchen wie Ratten in den Gassen! Und alle wollten sie ein Stück aufgrund von Blut, dass in ihren Adern geflossen haben soll. Aber wenn Blut fließt, dann interessiert es den Abfluss wenig, ob es rot oder blau ist. Und es floss sicherlich genug Blut - wenn die Victorianer noch bluten würden kicher

Manch ein König konnte ein Teil, eine Straße, einen Block oder ein Viertel sein Eigen nennen und als Elizabeth Bethany in Victoria ankam, war die Stadt einer seltsamen Ruhe zum Opfer gefallen. Sie nennen es Waffenruhe, da wo du herkamst. Aber Waffen ruhen nicht, nur Menschen.

Und nie für lange.


Wer weiß wieso sie gerade dann gestoppt haben. Vielleicht waren sie der Kämpfe müde oder ihre Schlünder waren vorübergehend gefüllt. Alte Männer und hysterische Weiber glauben, dass die Stadt auf irgendwas gewartet hatten. Den Atem angehalten hat.

Wer weiß das schon wirklich. Bathory jedenfalls fand eine zersplitterte Welt und in ihren Händen die Fähigkeit zu verändern, die Fähigkeit eines Erbauers!

Eine Legende besagt, dass die Erbauer vergangener Zeiten die einzigen Menschen im Nichts waren. Hammerschlag für Hammerschlag rissen sie Fundamente empor und Plateaus bildeten sich im Schwarz! Stück für Stück, trieben sie die Schatten jammernd in ihre Ecken zurück und Victoria war geboren! Kindergeschichten sicherlich, aber im Verstand der Elizabeth Bathory erweckte es irgendwas, wie ein Funke zu einem Leuchtfeuer führen kann!

Unerschütterlich in ihrer Überzeugung und süchtig nach Unsterblichkeit, nach Verewigung in der Geschichte. Aber Bathory brauchte keine jämmerliche Gräbenkämpfe und kein Stück dreckiger Straße am anderen Ende der Stadt. Sie wollte Perfektion, sie wollte alles!

Manche andere Erbauer sahen anscheinend etwas in dieser Vision. Du weißt ja wie sehr es euch junge Erbauer drängt die Welt zu verändern. Die richtige Zeit, die richtige Idee. Vielleicht war ihr Plan verrückt genug, um Erfolg zu haben?

Diese Kinder stoppten nicht vor Regeln oder Gepflogenheiten. Andere wollten den Besitz ihrer Feinde, aber Bethanys neue Fraktion riss alles in Stücke und verwandelte es in Steinhaufen. Sie begruben ihre Opfer unter Schutt und Asche, anstatt sie mit ihrem Tod in einen neuen Zyklus ihres ewigen Lebens zu entlassen. Fast als hätte jemand Erfahrung mit der Hölle des Eingesperrt-seins gemacht, nicht wahr mein liebes Kind? *kicher*

Die Stadt jedenfalls kämpfte mit, versuchte ihr Schicksal zu verhindern. Viele junge Erbauer starben. Du findest sie an den Wänden alter Ruinen, immer noch in ihren ewigen Kreuzzug durch die Stadt verwickelt.

Die Stadt und ihre Soldaten auf der einen und die jämmerlichen Überreste der streitenden Könige auf der anderen Seite, wurde Bethany nur rücksichtsloser und brutaler. Wer weiß, ob sie ihr Schicksal in der Welt da oben verdient hat, aber in Victoria verdiente sie sich wahrlich den Titel "Blutgräfin".

Mit der Zeit ließ der Blutzug Erbauer und ihre Sklaven zurück, gebeutelte Seelen, die den Schrecklichen nicht entkommen konnten und da wo sie blieben, bauten sie die Welt nach ihren Visionen wieder auf.

Mein Schatz, du warst sicher nicht lange genug hier, aber noch vor Jahren stand ein Turm aus glitzerndem Kristall im Viertel Steinau Wache. Die Wände waren so glatt, dass sich alles darin spiegelte und die Fensterrahmen waren aus rostigem Gold und Silber. Wer weiß wie wundervoll sie in ihrer Blütezeit ausgesehen haben mochten? Wer weiß, wie wundervoll eine ganze Stadt aus Kristall ausgesehen haben muss?

Aber die Visionen ihrer Erschaffer waren letztlich wohl ihr Untergang. Bethany war mit ihrem Traum von Umstülpung vollständig okkupiert, also waren die Visionen ihrer Woiwoden sich selbst überlassen.

Was sagst du, mein Kind? Ja. Ja wenn Ideen aufeinandertreffen, die sich so fundamental unterscheiden, dann muss die Welt darunter leiden.

Die Woiwoden waren ihre eigenen Herren und schnell mochte man meinen, dass genauso die Herren vergangener Tage wieder Einzug gehalten hatten. Aber das sind die Worte von Pragmatikern und Dummen.

Denn die vorherigen Herren waren machtbesessene Ratten und diese hier waren Götter unter Menschen, jeder mit der Macht alles zu zerstören oder zu erschaffen, was mit seinen Launen vereinbar war.

Aber unter all den Götterakten, blieben sie hinter der fürchterlich-schönen Macht ihrer Meisterin zurück! Denn Bathory hatte ihre Hände auf den Elfenbeinturm dieser Welt gelegt und sie hätte nur noch zudrücken müssen und...nun wer weiß das schon? Vielleicht hätte sich dieser Traum in die reale Welt ergossen und Bathory und ihr neues Pantheon mit ihr.

Vielleicht hätte sie auch alles ins Nichts gerissen, die Existenz und ihre Bewohner verschlungen.

Aber die Streitigkeiten ihrer Woiwoden offenbarten ihr ihre Grenzen. Ihr fehlte die Macht dazu und ihr Stolz brannte lichterloh durch den Verrat ihrer Diener.

Sie sagen sie war bereit sie alle zu begraben, für immer einzuschließen in einem Berg aus Geröll und gebrochenen Leibern. Vielleicht wollte sie etwas demonstrieren, aber ohne Material, ohne Masse, ja ohne Existenz, erschuf sie aus dem Nichts einen eigenen Teil der Stadt und baute darauf Türme aus schwarzem Obsidian, scharf und tödlich.

Ich denke das war zu viel, denn wo sich die bettelnden Woiwoden, ängstlich um ihr Leben, dort kriechend vor ihr Versammelten, brach Bathorys Stadt unter sich wie ein Paradox zusammen. Victorias Soldaten hingegen warteten an den brechenden Grenzen und verhinderten, dass auch nur einer der verblendeten Erbauer seinem Schicksal entkommen konnte.

Aber ach mein liebes Kind, fühl dich in meinen Worten nicht zu sicher. Denn die Blutgräfin ist ein Beispiel fürs uns alle, uns Niemals zu überschätzen.

Und ein alter Mann mag spinnen, wenn die Priester des Nethers, die die Stadt und ihre Träume so manches mal seitdem gegeißelt haben, einigen altbekannten Feinden zu ähnlich sahen, um sich wohl mit diesem Ende der Geschichte zu fühlen.


Aber ich bin alt und du weißt was sie sagen. Die Stadt ist gebaut auf Behauptungen, Lügen und Gerüchten.

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